Kennen Sie das: Sie stehen in der Drogerie, dem Kosmetikstudio oder der Parfümerie, aber keiner der dort verfügbaren Nagellacke ist so wirklich das, was Sie eigentlich suchen? Haben Sie eine ganz bestimmte Vorstellung, die einfach nicht erfüllt wird? Dann ist es vielleicht an der Zeit, sich einmal im Nagellack Selber Machen zu versuchen. Denn das Anmischen des Fingerkleides ist leichter, als Sie vermuten mögen. Zaubern Sie Ihren individuellen Glanz mit Farben, Glitzer und Co. – wir verraten wie!

Wie kann man Nagellack selber machen?

Nagellack selber machen, das mag im ersten Moment etwas abstrus und viel zu aufwendig klingen. Aber wieso eigentlich nicht? Schließlich ist es inzwischen keine Seltenheit mehr, Kosmetik selbst herzustellen, wie wir auch in diesem Beitrag festgehalten haben. Und auch Nagellack soll dabei keine Ausnahme bleiben. Wir wollen Ihnen darum hier einmal zeigen, wie Sie Klarlack selbst herstellen, um Ihnen anschließend verschiedene Ideen und Tipps zum Individualisieren desselbens zu geben.

Haben Sie einfach Lust auf einen individuellen Lack, wollen aber nicht erst von Grund auf neuen Lack herstellen? Dann können Sie die folgenden Schritte einfach überspringen und bei den Gestaltungsmöglichkeiten weiterlesen.

Nebeneinander stehen verschiedene Nagellacke auf einem weißen Untergrund

Foto: © virin000, Lizenz: Creative Commons CC0 1.0, Quelle: Pixabay.com

Zutaten für die Nagellackherstellung

Die Basis eines jeden Nagellacks bildet zunächst einmal der durchsichtige Lack. Diesen können Sie anschließend ganz nach Belieben mit Glitzer, Farbe und Co. verzieren und individualisieren. Doch um erst einmal diese Grundlage zu schaffen, brauchen Sie folgende Zutaten:

  • 50 ml Ethanol
  • 10 g Benzoe
  • 1 g Kieselsäure
  • 1 kleines Glasfläschlein (z.B. leeres Nagellackglas)

Bei Ethanol handelt es sich um einen puren Alkohol, den Sie in der Regel in der Drogerie kaufen können. Benzoe hingegen ist ein Harz, welches Sie entweder schon pulverisiert erwerben oder dann in einem Mörser zu Pulver verarbeiten sollten. Es sorgt später für die zähflüssige Konsistenz. Kieselsäure wiederum trägt dazu bei, dass sich der Nagellack ebenmäßig auftragen lässt und pflegt zugleich die Nägel. Die letzten beiden Zutaten finden Sie in der Regel ebenfalls in der Drogerie oder online.

Zudem sollten Sie, bevor Sie mit dem Herstellen beginnen, folgende Utensilien bereitstellen: eine Küchenwaage, ggf. einen Mörser, ein Rührlöffel und eine Schüssel sowie einen Topf, der etwas größer ist als Letztere. Haben Sie empfindliche Haut, sollten Sie zudem am besten Handschuhe tragen, um nicht direkt mit dem Ethanol in Kontakt zu kommen.

Ein Pinsel wird aus einem Fläschchen mit Klarlack gehoben

Foto von Roco Julie (Eigenes Werk) [CC BY 1.0], via Wikimedia Commons

Von Anfang an: Klarlack herstellen

Füllen Sie zunächst etwas Wasser in den Topf, sodass die Schüssel innen gut umschlossen wird, aber auch keine Flüssigkeit hineinläuft. Falls Sie viel backen, stellen Sie es sich etwa so vor, als würden Sie eine Kuvertüre in einem Wasserbad erhitzen wollen. Nun geben Sie das Ethanol in besagtes Gefäß und lassen es sich für etwa 5 bis 10 Minuten erhitzen.

Pulverisieren Sie in der Zeit, falls noch nötig, das Benzoe in einem Mörser. Geben Sie dieses dann vollständig in das erhitzte Ethanol und rühren Sie kräftig um. Schütten Sie abschließend noch die Kieselsäure hinein, mischen alles noch einmal durch und füllen Sie die noch warme Mischung dann in das Glasfläschlein. Nun etwas auskühlen lassen, Deckel drauf, et voilà: So einfach können Sie Nagellack selber machen. Nun geht es aber endlich an das Verfeinern.

Jetzt wird es bunt: Klaren Nagellack einfärben

Der einfachste Weg, um den Wunsch-Nagellack selber machen zu können, ist es mit Farbe zu arbeiten. Denn mit einigen wenigen Handgriffen zaubern Sie so ganz einfach die Nuance, die Sie sich schon immer gewünscht haben. Dazu brauchen Sie lediglich Ihren Klarlack (selbstgemacht oder gekauft), etwas Lidschatten in der Wunschfarbe, ein Blatt Papier und einen Zahnstocher. Haben Sie das alles parat? Dann kann es jetzt losgehen:

  1. Prüfen Sie, ob in Ihrem Nagellackfläschlein genug Platz für die zusätzlichen Zutaten ist. Es sollte ungefähr ein halber Zentimeter Luftraum vor dem Beginn der Flüssigkeit sein. Falls nicht, gießen Sie etwas Lack ab.
  2. Falten Sie dann aus dem Papier einen kleinen Trichter und kleben Sie die Ränder so aneinander, dass die kleinere Öffnung in das Nagellackfläschlein passt.
  3. Kratzen Sie etwas Lidschatten aus der Pfanne – je nachdem, wie intensiv das Farbergebnis werden soll, entnehmen Sie mehr oder weniger. Schütten Sie die Klümpchen auf ein weiteres Blatt Papier und zerdrücken Sie sie mit einem Löffel zu einem feinen Pulver.
  4. Setzen Sie nun den Papiertrichter auf die Flaschenöffnung und schütten Sie dadurch das Farbpulver in den Lack. Schließen Sie das Glas und Schütteln die Mischung gut, sodass sich alles vermengt.
  5. Sollte sich die Farbe am Boden absetzen, nutzen Sie den Zahnstocher zum Umrühren.

Testen Sie nun Ihren Nagellack aus: Ist der Ergebnis intensiv genug? Entspricht die Farbe Ihren Vorstellungen? Falls nicht, geben Sie einfach etwas mehr des gleichen oder eines andersfarbigen Lidschattens hinzu.

Funkelnd-schön: Glitzer-Nagellack selber machen

Nun hat Ihr Nagellack schon einmal die gewünschte Farbe, aber etwas fehlt Ihnen noch? Dann wollen wir ihn anschließend noch mit Glitzer verfeinern. Das bringt richtig Pepp in die Geschichte. Es gibt drei verschiedene Varianten, wie Sie den Schimmer auf Ihre Nägel bringen können. Wir stellen sie Ihnen vor!

Alles in einem: Bunter Glitzerlack

Zunächst wollen wir auf den schon vorhandenen bunten Nagellack aufbauen. Hier können Sie wieder Ihre eigene Mixtur oder auch ein gekauftes Exemplar verwenden. Zudem benötigen Sie Glitter. Für einen Lack mit einem sanften Schimmer empfehlen wir, eine sehr feine Variante zu wählen, denn große Partikel würden von dem bunten Lack nur umschlossen werden und wären nicht mehr sichtbar.

Brauchen Sie noch Inspiration, welchen Look Sie mit Ihrem Nagellack umsetzen wollen und welche Farbkombinationen sich dafür eignen? Dann schauen Sie einmal in unserem Beitrag zu Glitzernagellack-Trends vorbei! Haben Sie sich entschieden, gehen Sie nun mit dem Glitzer genauso vor wie zuvor mit dem Lidschatten. Mittels des Trichters geben Sie den Glitter in das Fläschlein, schütteln gut, et voila: Schon haben Sie Ihren individuellen Nagelanstrich hergestellt.

Für gezielte Highlights: Glitter-Klarlack

Wollen Sie lieber ein größeres Funkeln erzeugen, sollten Sie zu Motivglitzer greifen. Ob dieser nun in Form von Kreisen, Herzen oder Vierecken gestanzt ist, ist dabei ganz egal. Wichtig ist, dass die Partikel durch den Flaschenhals Ihres Klarlacks passen. Ist das gegeben, gehen Sie wie immer vor und füllen mittels des Trichters den Glitter in die Flasche. Anschließend streichen Sie diesen Lack einfach über schon farbige oder Naturnägel und versiegeln ihn noch mit einer Schicht purem Klarlack. Das geht natürlich auch ebenso mit feineren Partikeln.

Tipp! Wenn Sie besonders groben Glitterlack auftragen wollen, lohnt es sich zu einem alten Beautyschwämmchen zu greifen. Geben Sie darauf einfach den Lack und tupfen Sie ihn dann vorsichtig auf den Finger. So erzeugen Sie in wenigen Schritten eine besonders große Dichte der einzelnen Partikel.

Einfach aufgestreut: Schneller geht’s nicht

Haben Sie keine Geduld erst den Nagellack zu mischen? Oder nervt es Sie, dass die Partikel immer auf den Boden sinken? Dann ist diese Methode vielleicht die bessere für Sie. Einzig und allein schnell sein müssen Sie hierbei. Denn es gilt zunächst einen einzelnen Nagel zu lackieren, dann den Glitzer aufzustreuen und anschließend das Ganze mit Klarlack zu versiegeln. Das wiederholen Sie nun für die restliche Hand.

Besonders leicht funktioniert der Prozess übrigens mit Shellac-Nägeln. Denn hier härtet der Lack erst unter dem UV-Licht aus und somit können Sie ganz einfach und gemütlich den Glitzer auftragen und anschließend fixieren. Für besonders präzise, detaillierte Muster ist das auf jeden Fall unsere Empfehlung!

Zeit für Neues: Glitzernagellack entfernen

Haben Sie sich an Ihren Nägeln sattgesehen? Hat sich die Hälfte des Lacks schon aus dem Staub gemacht? Oder wollen Sie den nächsten Nagellack selber machen und austesten? Dann gilt es zunächst, den Alten zu entfernen – und das ist bei Glitzer gar nicht so einfach. Doch keine Sorge, wir haben einige abschließende Tipps für Sie auf Lager. Dazu brauchen Sie:

  • Acetonfreien Nagellackentferner
  • 10 etwa 10×15 Zentimeter große Rechtecke aus Alufolie
  • 5 herkömmliche Wattepads

Schneiden Sie einfach die Wattepads in der Hälfte durch, um zehn Stück, also für jeden Finger eines, zu erhalten. Auf diese geben Sie großzügig den acetonfreien Nagellackentferner, aber nur so viel, dass es nicht triefend nass ist. Diese getränkten Pads legen Sie jeweils auf Ihre lackierten Nägel und umwickeln nun die Finger mit den Alufolienstücken. Sie ist dafür da, dass der Entferner gut einwirken kann. Nach zirka 10 Minuten können Folie und Wattepads mit einer Hin- und Her-Bewegung sowie sanftem Druck mitsamt des Nagellacks von den Fingern entfernt werden. Nun ist die Leinwand wieder frei, um Ihre nächste Kreation aus dem Projekt Nagellack Selber Machen auszutesten!

Jemand entfernt roten Nagellack mit einem Wattepad

Foto: © ivabalk, Lizenz: Creative Commons CC0 1.0, Quelle: Pixabay.com

Quellen
www.experto.de/…/so-koennen-sie-nagellack-selber-herstellen.html
www.instructables.com/how-to-make-nail-polish/
www.stylight.de/…/Glitzernagellack-Richtig-Auftragen/
www.we-go-wild.com/nagellack-selber-machen/
www.saras-things.ch/…/glitzer-nagellack-entfernen-so-gehts-ganz-einfach/