Ob Sie nun einen Zaun, die Gartenmöbel oder auch das PC-Gehäuse umgestalten möchten: Oft sind Sie hier mit der Frage konfrontiert, ob und wie Metall lackiert werden kann. Weit verbreitet ist schließlich das Gerücht, dass nur Eisen und Stahl leicht farbig zu gestalten sind. Ob das wirklich stimmt, welche Utensilien Sie zum Metall Lackieren brauchen und welche Lacke für Sie am besten geeignet sind, erfahren Sie hier!

Von Alu bis Zink: Welches Metall kann lackiert werden?

Wollen Sie etwas umgestalten, ist doch die erste Frage, ob das überhaupt möglich ist. Unsere Antwort auf diese Frage lautet erst einmal ganz generell: Ja. Denn alle Metalle, ob nun Eisen, Stahl, Kupfer, Alu, Messing oder Zink lassen sich prinzipiell lackieren. Jedoch unterscheiden sich die Arbeiten, die Sie leisten müssen. So gibt es Speziallacke, die speziell auf die verschiedenen Metalle abgestimmt sind.

Immer die Auswahl haben Sie aber zwischen schützenden Klarlacken, die zum Beispiel das Bilden einer Patina verhindern können, Farb- und Speziallacken. Vor allem in letzterer Kategorie stehen Ihnen unzählige Türen offen. So können Sie Ihrem PC-Case zum Beispiel einen galaktischen Charme mit einem Glitzer-Lack oder Ihrer Felge einen futuristisches Design mit Chromlack verleihen.

Den richtigen Lack wählen

Wollen Sie Ihre Gartenmöbel, Zäune, Felgen und Co. umlackieren, gilt es zunächst den passenden Lack zu finden. Hierbei werden grundsätzlich drei Arten unterschieden: Kunstharz-, Acryl- und Alkydharzlack. Sie alle bringen unterschiedliche Eigenschaften mit sich und eignen sich verschieden gut für die jeweiligen Projekte.

Kunstharzlack

Kunstharzlacke enthalten ein spezielles Lösungsmittel. Dieses sorgt dafür, dass der Lack insgesamt flüssiger ist und besser fließt. Aufgrund dieser Eigenschaften lassen sich Verläufe leicht realisieren. Zudem handelt es sich um einen besonders robusten Lack. Ist er einmal trocken, hält er Kratzern extrem gut stand. Jedoch sind viele herkömmliche Produkte nicht wasserdicht, weswegen er in der Regel eher im Innen- bzw. überdachten Außenbereich eingesetzt wird.

Jedoch ist das Metall Lackieren mit Kunstharz oft eine unangenehme Angelegenheit. Denn aufgrund des enthaltenen Lösungsmittels riecht die Flüssigkeit in der Regel sehr scharf und chemisch. Beim Streichen sollten Sie unbedingt eine Maske mit Kombinationsfilter tragen, da das Einatmen über längere Zeit sogar gesundheitsschädlich werden kann.

Weiterhin brauchen diese Lacke eine verhältnismäßig lange Zeit, um komplett durchzutrocknen. Das liegt zum einen in der flüssigen Beschaffenheit begründet, bringt zum anderen aber auch die besondere Robustheit mit sich. Gut für Sie: Die Farbe trocknet sozusagen von unten nach oben. Das bedeutet: Ist die Oberfläche einmal getrocknet, können Sie sicher sein, dass auch die darunterliegenden Schichten fest sind.

Alkydharzlack

Hierbei handelt es sich im Prinzip um eine Sonderform der Kunstharzlacke. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Varianten ist dieser nicht wasserlöslich und eignet sich somit besonders für den Außenbereich. Auch nach Jahren behalten sie ihre Farbintensität und den Glanz. Alle anderen Eigenschaften unterscheiden sich nicht vom typischen Kunstharzlack.

Acryllack

Bei Acryllack handelt es sich um einen Dispersionslack. Der Grund dafür ist das Prinzip der Pigmentierung – dieses beruht nämlich auf der Dispersion, also der Zerstreuung. Im Gegensatz zum Kunstharz, wird hierbei kein Lösungsmittel verwendet, einzig und allein Wasser ist enthalten. Diesem Umstand hat die Lackart auch das Siegel des Blauen Engels zu verdanken.

Der Verzicht auf das Lösungsmittel bringt noch weitere positive Eigenschaften mit: Der Acryllack ist dadurch nämlich geruchlos und für die Gesundheit unbedenklich. Was natürlich nicht heißen soll, dass er essbar ist. Zudem trocknet er verhältnismäßig schnell und ist in der Regel leicht aufzutragen.

Jedoch sollten Sie nach dem Streichen vorsichtig sein. Denn Acryllack trocknet von oben nach unten – das bedeutet, dass er durchaus schon trocken wirken kann, es aber noch gar nicht ist. Die Oberfläche sollte darum besser mehrere Stunden lang nicht berührt werden, da sie oft noch empfindlich ist. Insgesamt bleibt der Acryllack immer weniger robust als die Kunstharzlack-Alternative.

Auf einem blauen Untergrund sind gelbe Farbkleckse

Foto: © akader, Lizenz: Creative Commons CC0 1.0, Quelle: pixabay.com

Glitzer & Co.: Lack mit Spezialeffekten

Alle Lackarten können natürlich auch mit Spezialeffekten versehen werden. Eine kleine Auswahl wollen wir Ihnen hier einmal kurz vorstellen. Am bekanntesten und beliebtesten ist auf jeden Fall der Glitzerlack. Diesen können Sie entweder fertig kaufen oder ganz leicht selbst anmischen, indem Sie glänzenden Klarlack mit Glitzerpartikeln anreichern. Er eignet sich hervorragend um Highlights zu setzen. Hochkonzentriert können Sie so eine ganze Fläche in Gold, Silber oder anderen Metallic-Tönen erstrahlen lassen. In kleineren Dosen hingegen zaubern Sie zum Beispiel einen coolen Galaxy PC.

Auch cool: Nachtleuchtfarbe. Während diese vielleicht nicht unbedingt für den Gartenzaun geeignet ist, kann sie beim PC-Modding herrliche Effekte zaubern. Im Grunde handelt es sich hierbei um einen Lack mit phosphoreszierenden Eigenschaften. Das bedeutet, dass die Farbe über den Tag das Licht absorbiert und im Dunkeln wieder abgibt.

Und auch andere Varianten können Sie problemlos zum Metall Lackieren verwenden. So zaubern Sie mit Speziallacken beispielsweise Chromeffekte oder auch einen Perlglanz. Alles ist mit den verschiedenen, oben genannten Lackarten möglich und umsetzbar.

Worauf bei der Lackauswahl achten?

Haben Sie sich für eine Lackart entschieden? Dann sollten Sie sich das konkrete Produkt einmal genauer ansehen. Denn ist es zum Beispiel mit dem Blauen Engel versehen, handelt es sich hierbei um eine besonders ökologische Farbe. Das ist nicht nur beim Metall Lackieren selbst sehr angenehm (da deutlich ungefährlicher), sondern tut der Umwelt auch im Entsorgungsfall weniger weh.

Besonders anwenderfreundliche Produkte sind zudem mit dem Zeichen EN 71 ausgezeichnet. Dieses besagt, dass die Lacke speichel- und schweißecht sind. Alle anderen Produkte arbeiten mit starken Lösungsmitteln, welche zwar das Arbeiten mit ihnen einfacher, aber auch gefährlicher gestalten können.

Utensilien zum Metall Lackieren

Ist der Lack gekauft, kann es gleich mit dem Metall Lackieren losgehen, oder? Noch nicht ganz, denn zunächst müssen Sie auch die passenden Utensilien zur Hand haben. Neben einer guten Abdeckfolie, damit Sie nicht unabsichtlich den Boden oder die Wände mit streichen, sind vor allem die Streichwerkzeuge entscheidend. Welche für die Aufgabe geeignet sind, verraten wir Ihnen jetzt!

Zum Metall Lackieren braucht es die richtigen Utensilien

Foto: © sik-life, Lizenz: Creative Commons CC0 1.0, Quelle: pixabay.com

Metall lackieren mit dem Pinsel – aber welchem?

Wollen Sie einen Zaun oder Ihre Metall-Gartenmöbel lackieren, werden Sie sicher einen Pinsel zum Streichen bevorzugen. Mit diesem setzen Sie präzise Striche und können auch filigrane Stellen leicht lackieren. Dabei können Sie sowohl Echthaar- als auch Kunsthaarpinsel einsetzen.

Pinsel mit Chinaborsten machen sich besonders gut, wenn Sie Dispersionslacken und Kunstharzlacke sehr genau und gleichmäßig auftragen wollen. Moderne Erfindungen wie etwa der FillPro-Pinsel hingegen nehmen besonders viel Farbe auf und können das Metall Lackieren so erleichtern.

Der Nachteil beim Lackieren mit Pinseln ist oft, dass hier die einzelnen Striche sichtbar sind. Das können Sie mit den beiden Alternativen der Lackierpistole und der Rolle leichter verhindern. Jedoch arbeiten beide nicht so exakt. Oft ist eine Kombination die Lösung, um die besten Ergebnisse zu erzielen.

Für ein gleichmäßiges Bild: Die Lackierwalze

Ähnlich wie Sie es sicher auch schon vom Wände Streichen kennen, können Sie auch eine Lackierwalze oder einen Lackroller verwenden, um das Metall zu färben. Im Fachhandel werden Sie hierfür Varianten aus Schaumstoff, Textil oder Echthaar finden. Die Schaumstoffvarianten liefern gleichmäßige Ergebnisse. Allerdings spritzen sie deutlich mehr beim Auftragen, vor allem wenn Sie einmal zu viel Farbe erwischt haben. Zudem handelt es sich hierbei in der Regel um Einwegprodukte, da sich die Lacke nur schwer wieder lösen lassen.

Hochwertiger hingegen sind die Rollen aus Mohair. Diese können leicht wieder gereinigt werden und eignen sich wahrlich für jeden Lack – egal, wie zähflüssig er ist. Jedoch sind sie auch relativ teuer und lohnen sich wirklich erst, wenn sie öfter verwendet werden.

Arbeiten mit der Lackierpistole

Die genauesten und gleichmäßigsten Ergebnisse erzielen Sie selbstverständlich mit einer Lackierpistole. Diese sprüht einen feinen Farbnebel aus, der sich dann um das Metall legt. Jedoch sind solche Pistolen sehr teuer und für den Einmalgebrauch nicht sinnvoll. Zudem gibt es unzählige verschiedene Varianten, die sich unterschiedlich gut für die jeweilige Anwendung eignen. Fakt ist: Diese Geräte lohnen sich meist nur für den professionellen Einsatz.

Jedoch gibt es inzwischen auch Lacke in Sprühdosen. Mit diesen können Sie auch zu Hause professionelle Ergebnisse erzielen. Aber Achtung! Die Farben sind oft sehr flüssig und müssen präzise aus dem korrekten Abstand aufgetragen werden, damit im Anschluss keine “Nasen” entstehen.

Ob nun mit der Pistole oder der Dose: Spezialeffekte mit Glitzer lassen sich so in der Regel nicht umsetzen. Denn hierbei werden kleine Partikel zugesetzt, die den Sprühkopf verstopfen würden. Um also zum Beispiel einen coolen Galaxy Look zu erreichen, sollten Sie entweder einen Pinsel oder eine Lackrolle verwenden. Wie das Metall Lackieren genau funktioniert, erklären wir Ihnen in einem unserer folgenden Beiträge.

Quellen
www.maler-vergleich.com/…/alkydharzlack
www.pulsioprint.de/veredelung-und-spezialeffekte/
www.alpina-farben.de/artikel/grundwissen-lack/
www.sanier.de/…/metall-lackieren
www.nonpaints.com/…/lackierpistole-anschaffen-worauf-muss-man-achten